Gutes Bauchgefühl

Krämpfe, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung – Probleme mit der Verdauung hat fast jeder mal. Sei es nach reichlichem Essen, auf Reisen oder nach Stress.

Doch mehr als 14 Millionen Deutsche leiden ständig darunter. Die Beschwerden treten im Wechsel oder parallel auf, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Experten sprechen dann von einem Reizdarmsyndrom, einer Funktionsstörung des gastroenterologischen Nervensystems. Denn der Bauch hat buchstäblich seinen eigenen Kopf.In dem sieben Meter langen Schlauchsystem unseres Verdauungstrakts befinden sich über 100 Millionen Nervenzellen – eine Art Bauchhirn, dass unabhängig von unserem Gehirn agiert.

Bei vielen ist dieses Bauchhirn besonders sensibel, reagiert auf manche Einflüsse mit Verdauungsstörungen.

Nicht zu verwechseln ist das Reizdarmsyndrom mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie die verbreitete Laktose- Intoleranz. Jeder siebte Deutsche leidet an der Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose), bei der es an dem Enzym Laktase mangelt, welches zur Aufspaltung der Laktose im Dünndarm benötigt wird. Als Folge kommt es nach dem Verzehr von Milchprodukten oder Laktosehaltigen Nahrungsmitteln zu Krämpfen, Blähungen und Durchfällen. Das Leiden tritt oft nach dem 40 sten Lebensjahr auf, da die Aktivität des Enzyms mit dem Alter abnimmt. Feststellen kann man eine Laktose Intoleranz mit einem Atemtest.

Noch häufiger, aber weniger bekannt ist die Fruktose- Malabsorbation. Betroffene können Fruchtzucker nur in begrenzter Menge verarbeiten.

Massive Probleme bereitet die Unverträglichkeit des Getreideeiweißes Gluten. Typisch sind chronische Durchfälle, die oft erst im jugendlichen Erwachsenenalter auftreten und die zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen führen können. In 90% der Fälle schafft eine Gluten-frei Ernährung Abhilfe.

Bei Darmbeschwerden empfielt es sich ein Bauchschmerz- Tagebuch zu führen. Das hilft beim Aufspüren eventueller Unverträglichkeiten und zeigt, welche anderen Auslöser auf den Bauch schlagen.

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