Leichter abnehmen mit Sport? – Hier ein paar Irrtümer!

Irrtum 1:

Der Körper fängt erst nach 30 Minuten an Fett zu verbrennen.

Die Fettverbrennung setzt bereits kurz nach Beginn der Bewegung ein und steigert sich kontinuierlich. Ab einer Belastungsdauer von 30 Minuten (bei mittlerer Intensität) stellen die Fette dann den größten Teil der Energie bereit und können den Körper mehrere Stunden versorgen. Für die Fettverbrennung ist es günstiger, öfter kurz zu trainieren als einmal 90 Minuten. Denn“ je öfter der Körper gereizt wird, desto besser kann er sich anpassen, auch bei der Fettverbrennung“. (Sagt Ingo Froboese, Leiter Zentrum für Gesundheit an der deutschen Sporthochschule Köln).

Irrtum 2:

Nur durch Ausdauertraining nimmt man ab.

Wer abnehmen will muss mehr Energie verbrauchen, als er durchs Essen zu sich nimmt. Dabei hilft Bewegung, denn sie erhöht den Kolorienverbrauch. Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen sind für die Fettverbrennung gut geeignet, da die kontinuierliche Belastung biochemische Anpassungsprozesse stimuliert. Doch anders als jahrelang angenommen, hilft auch Krafttraining, mehr Kalorien zu verbrennen. Durch das Training werden Muskeln aufgebaut. Da Muskeln einen höheren Energiebedarf haben, erhöht sich der Gesamtkalorienverbrauch des Körpers nicht nur  in Bewegung, sondern auch im Ruhezustand.

Irrtum 3:

Je langsamer ich laufe, umso mehr Fett verbrenne ich.

Solche Tipps zur besseren Fettverbrennung bergen die Gefahr, zu langsam zu laufen und somit den Organismus zu unterfordern. Wer eine halbe Stunde spazieren geht, verbrennt weniger Kalorien als jemand, der eine halbe Stunde joggt. Um auf die gleiche Kalorienmenge zu kommen, muss der Spaziergänger sehr viel länger laufen. Einen optimalen Fettverbrennungspuls für jedermann gibt es nicht. Bei welcher Intensität der Körper am meisten Fett verbrennt, ist individuell verschieden und lässt sich eigentlich nur richtig durch einen Spiroergometertest mit Atemmaske beim Sportmediziner ermitteln.

Irrtum 4:

Am besten, ich laufe immer mit konstantem Tempo.

Für Laufanfänger trifft das zu, denn beim leichten Joggen ist der Anteil der Fettverbrennung an der Energiegewinnung am größten. Ambitionierte Sportler dürfen ihr Tepo auch mal variieren. Kurze Zwischensprints und Tempoläufe belasten den Körper höher als gleichmäßiges Traben. Das verbessert die Kondition und erhöht den Gesamtenergieumsatz. Zudem stärken die Sprints die Muskulatur, was wiederum dem Kalorienverbrauch in Ruhe zugute kommt.

Irrtum 5:

Die Fettverbrennung endet mit dem Ende der Belastung.

Nach dem Ende des Trainings dauert die Fettverbrennung noch mindestens 1 Stunde an. Man spricht vom „Nachbrenneffekt“. Die Glykogenspeicher sind nach dem Training leer, der Körper will aber seine Energiespeicher so schnell wie möglich wieder füllen.Wer jetzt nur Wasser trinkt und noch 2 Stunden mit dem Essen wartet, zwingt seinen Körper in die Fettverbrennung. Übrigens, Untersuchungen haben gezeigt, dass intensives Krafttraining ein stärkeres und längeres Nachbrennen zur Folge hat als moderates Ausdauertraining.

(Quelle: Stern Magazin/ Gesund leben 3/2012)

 

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